Schlagwort-Archiv: Geschichte

Einladung zur Projektpräsentation Geschichte der Selbstbestimmt Leben Bewegung in Österreich

Am 1. Dezember 2017 von 17 bis 20 Uhr
im Veranstaltungssaal des Stadtteilzentrums Wilten der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD), Liebeneggstraße 2a (beim „Wiltener Platzl“) in Innsbruck
Die Veranstaltung ist frei zugänglich.
Ein Projekt der digitalen Bibliothek bidok – http://bidok.uibk.ac.at/
Die Veranstaltung ist ein Beitrag zum Internationalen Aktions-Tag der
Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen am 3. Dezember

Einladung_Praesentation _Geschichte_Behindertenbewegung-Innsbruck

 

Das Erbe des Nationalsozialismus spürt man in der Behindertenhilfe noch immer

Blogbeitrag auf derstandard.at von Petra Flieger am 24. Juli 2017

Differenzierung, Abgrenzung und Aussonderung dominieren die Kultur des Umgangs mit behinderten Kindern und Erwachsenen in Österreich

Im März präsentierte das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie eine Studie über behinderte Kinder und Jugendliche in der Wiener Psychiatrie und arbeitete erstmals ausführlich historisch und sozialwissenschaftlich die Gewalt und den Missbrauch in Einrichtungen der österreichischen Behindertenhilfe auf. Untersucht wurden einerseits Pavillon 15 des Psychiatrischen Krankenhauses auf der Baumgartner Höhe, andererseits die Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder unter der Leitung von Andreas Rett, die ab 1975 am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel untergebracht war. Unter anderem berichtete DER STANDARD über die Studie, doch eine ausführliche Diskussion über die Ergebnisse blieb bislang völlig aus. Dafür müsste vor allem eine Auseinandersetzung darüber stattfinden, welche Konsequenzen das nun öffentlich vorliegende Wissen über den menschenverachtenden Umgang mit behinderten Kindern im Österreich der Nachkriegszeit bis heute hat.

Weiterlesen auf: derstandard.at/2000061481891/Das-Erbe-des-Nationalsozialismus-spuert-man-in-der-Behindertenhilfe-noch

Studie zu Inklusivem Gedenken

In einer Studie wurden in Österreich gehörlose und lernbeeinträchtigte Menschen zu ihrer Wahrnehmung von Gedenkarbeit an T4-Tötungsanstalten befragt. Studierende der Johannes Kepler Universität Linz (Oberösterreich) erhoben Erfahrungen, Gefühle, Wahrnehmungen und Wünsche in Bezug auf den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim. Das Forschungsprojekt soll die Entwicklung von inklusiv gestalteten Angeboten an der NS-Tötungsanstalt für „lebensunwertes Leben“ vorantreiben.

Die Nazis ermordeten zwischen Mai 1940 und August 1941 rund 18.000 Personen als „arbeitsunfähig“ eingestufte Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke in Schloss Hartheim, einer ehemaligen Behinderteneinrichtung. Zu den ersten Opfern gehörte ein Teil der zuvor in Hartheim betreuten Menschen. Die Tötungen behinderter Menschen in den Tötungsanstalten wurde 1941 offiziell gestoppt. Die Gaskammer in Hartheim nützten die Nazis dennoch bis 1944 weiter. Aufgrund von Kapazitätsengpässen in Konzentrationslagern wurden rund 12.000 kranke oder arbeitsunfähige ZwangsarbeiterInnen und andere Häftlinge aus Mauthausen, Gusen und Dachau nach Hartheim deportiert und dort ermordet.

Seit 2003 ist im Schloss ein Lern- und Gedenkort eingerichtet, der über den Massenmord und seine Geschichte informiert und in der Dauerausstellung „Wert des Lebens“ aktuelle Fragestellungen aufwirft und diskutiert. Der Betrachtungszeitraum der Ausstellung erstreckt sich vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart, thematische wird von der Sortierung der Menschen in ökonomisch „Brauchbare“ und „Unbrauchbare“ ausgegangen. Dies begann schon an Beginn der Industriegesellschaft. Die Ausstellung endet mit aktuellen Forderungen nach gesellschaftlicher Gleichstellung behinderter Menschen.

Vor dem historischen Hintergrund und wegen dem Anspruch nach Einziehung von Menschen mit Behinderungen in alle Lebensbereiche – nicht zuletzt durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – ist die Idee von inklusiv gestaltetem Gedenken für den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim von großer Relevanz. Inklusives Gedenken versucht aber nicht nur, vorhandenes Wissen barrierefrei weiterzugeben, sondern will die Menschen auch aktiv in den Prozess des Gedenkens einbinden.

Es gab zwei Präsentationen der Ergebnisse mit anschließender Diskusstion. Eine Präsentation war in Leichter Sprache und wurde in Gebärdensprache übersetzt im Institut Hartheim. Die zweite Präsentation war mit Unterstützung von Gebärdensprachdolmetscherinnen im Linzer Gehörlosen Sport und Kulturverein.

Projekt: Geschichte der Behindertenbewegung-Selbstbestimmt-Leben-Bewegung in Österreich

POSTER_Projekt_Geschichte_SLB

Kommen Sie zur Präsentation in SALZBURG am 24.03.2017 von 15 bis 18 Uhr, Unipark, Erzabt-Klotz-Straße 1 U1.003 E.003 (Georg-Eisler-Hörsaal)

oder zur Präsentation in WIEN am 13.05.2017 von 15 bis 18 Uhr, Hörsaal 1, Institut für Bildungswissenschaft Sensengasse 3a (1. stock) barrierefreier Eingang an der Rückseite des Gebäudes

So wie in der Zwischenkriegszeit fordern seit 1945 in Österreich Selbsthilfebewegungen von Menschen mit Behinderungen Soziale Rechte. Neue Bewegungen ab den 1970er-Jahren orientieren sich an Gleichstellung und Menschenrechten. Die Geschichte dieser Bewegungen ist bisher nicht geschrieben und Dokumente sowie Interviews dazu werden nun als online-Plattform auf bidok.at präsentiert. Bei den Präsentationen soll das Projekt vorgestellt und mit ZeitzeugInnen Behindertenpolitik bis heute in den Blick genommen werden.

Call for Papers: SHLD Conference 2017

20th and 21st July 2017, The Open University, Milton Keynes

Doing research on the social history of learning disability: Learning Lessons

We are delighted to announce that the next Social History of Learning Disability Conference will be held at the Open University in Milton Keynes on 20th and 21st July 2017.

The theme of the conference is ‘Doing research on the social history of learning disability: Learning Lessons’. The Call for Papers information document can be found on the Conference website, http://www.open.ac.uk/health-and-social-care/research/shld/conferences/conference-2017

Please submit your accessible abstract by Friday 31st March to: Catherine Pibworth at Shld-conference@open.ac.uk or by post to Catherine Pibworth, Faculty of Wellbeing, Education and Language Studies, The Open University, Milton Keynes, MK7 6AA.

Guidance for writing an accessible abstract and presentation can also be found on the Conference website.

 

Vortrag und Diskussion: Kranke Sounds. Devianz + Pop.

Freitag, 27. Februar 2015, 19.00
Depot für Kunst und Diskussion
(Post-)Punk Enfreakment, Antipsychiatrie, Cyborgs und Geek-Kultur. Welche möglichen Verstrickungen bestehen zwischen ästhetischer Imperfektion, Gegenkultur, Krankheit und Pop? Unter Rekurs auf einerseits historische Bewegungen wie dem Disability Rights Movement und andererseits crip-affine Diskurs aus Pop-Musik, Film und bildender Kunst wird eine Annäherung an der Schnittstelle von Devianz und Pop versucht.
 
Eva Egermann, Dissertantin PhD in Practice, Akademie der bildenden Künste Wien
Katharina Hausladen, Dissertantin, Akademie der bildenden Künste Wien
 
In Kooperation mit ÖH-Doktorate, Akademie der bildenden Künste Wien, und TransArts, Universität für angewandte Kunst Wien