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Studie zu Inklusivem Gedenken

In einer Studie wurden in Österreich gehörlose und lernbeeinträchtigte Menschen zu ihrer Wahrnehmung von Gedenkarbeit an T4-Tötungsanstalten befragt. Studierende der Johannes Kepler Universität Linz (Oberösterreich) erhoben Erfahrungen, Gefühle, Wahrnehmungen und Wünsche in Bezug auf den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim. Das Forschungsprojekt soll die Entwicklung von inklusiv gestalteten Angeboten an der NS-Tötungsanstalt für „lebensunwertes Leben“ vorantreiben.

Die Nazis ermordeten zwischen Mai 1940 und August 1941 rund 18.000 Personen als „arbeitsunfähig“ eingestufte Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke in Schloss Hartheim, einer ehemaligen Behinderteneinrichtung. Zu den ersten Opfern gehörte ein Teil der zuvor in Hartheim betreuten Menschen. Die Tötungen behinderter Menschen in den Tötungsanstalten wurde 1941 offiziell gestoppt. Die Gaskammer in Hartheim nützten die Nazis dennoch bis 1944 weiter. Aufgrund von Kapazitätsengpässen in Konzentrationslagern wurden rund 12.000 kranke oder arbeitsunfähige ZwangsarbeiterInnen und andere Häftlinge aus Mauthausen, Gusen und Dachau nach Hartheim deportiert und dort ermordet.

Seit 2003 ist im Schloss ein Lern- und Gedenkort eingerichtet, der über den Massenmord und seine Geschichte informiert und in der Dauerausstellung „Wert des Lebens“ aktuelle Fragestellungen aufwirft und diskutiert. Der Betrachtungszeitraum der Ausstellung erstreckt sich vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart, thematische wird von der Sortierung der Menschen in ökonomisch „Brauchbare“ und „Unbrauchbare“ ausgegangen. Dies begann schon an Beginn der Industriegesellschaft. Die Ausstellung endet mit aktuellen Forderungen nach gesellschaftlicher Gleichstellung behinderter Menschen.

Vor dem historischen Hintergrund und wegen dem Anspruch nach Einziehung von Menschen mit Behinderungen in alle Lebensbereiche – nicht zuletzt durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – ist die Idee von inklusiv gestaltetem Gedenken für den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim von großer Relevanz. Inklusives Gedenken versucht aber nicht nur, vorhandenes Wissen barrierefrei weiterzugeben, sondern will die Menschen auch aktiv in den Prozess des Gedenkens einbinden.

Es gab zwei Präsentationen der Ergebnisse mit anschließender Diskusstion. Eine Präsentation war in Leichter Sprache und wurde in Gebärdensprache übersetzt im Institut Hartheim. Die zweite Präsentation war mit Unterstützung von Gebärdensprachdolmetscherinnen im Linzer Gehörlosen Sport und Kulturverein.

Einladung: Workshopreihe zum Thema Dis_ability (Behinderung*)

Am 27. Und 28.11.15 findet eine interessante Workshopreihe zum Thema Dis_ability statt. Diese besteht aus zwei Workshops: „Präsentieren, repräsentieren und behindert sein“ und „Dis_Ability is Queer Culture – Im (Uni)alltag stolz auf sich sein!“, bei dem frau  kostenlos mitmachen kann! Nähere Informationen zum Workshop auf der Website: http://gleichbehandlung.univie.ac.at/…/workshops-im-winter…/ .

Die Workshops finden im Rahmen der Workshopreihe des Frauen*förderbeirats der Universität Wien „Power Up! Kostenlose Workshopreihe für Student_innen“ statt und richten sich ebenso an Interessierte, die nicht, nicht mehr, noch nicht oder woanders als an der Uni Wien studieren.
Infos, Kontakt und Anmeldung unter: http://gleichbehandlung.univie.ac.at/workshopreihe

Herzliche Grüße!
Elisabeth Magdlener

Programm und Anmeldung zur DiStA Ringlehrveranstaltung Disability Studies in Österreich

Im Mai 2015 veranstalten die Universitäten Linz und Salzburg eine Ringlehrveranstaltung zu Disability Studies in Österreich.

ForscherInnen und Kulturschaffende präsentieren aus aktuellen Arbeiten. Nach einer Einführung in Theorie und in die Forschungspraxis der Disability Studies setzen sich die Vorträge mit dem Phänomen Behinderung in Bezug auf Partizipation, Inklusion, Repräsentation, Kunst und kulturelle Formen in Österreich auseinander.

Die Ringlehrveranstaltung kann von ALLEN besucht werden. Sie ist öffentlich. Die Vortragsräume sind barrierefrei zugänglich. Die Vorträge werden durch GebärdendolmetscherInnen in ÖGS übersetzt. Die Vortragenden sind angehalten in möglichst einfacher Sprache zu referieren.

Informationen zur Anmeldung unter http://www.jku.at/gespol/disabilitystudies

Das Programm

Informationen in Leichter Sprache

Neuer FH-Bachelorstudiengang Disability & Diversity Studies – DDS*

Die Fachhochschule Kärnten, Studienbereich Gesundheit & Soziales bietet mit dem neuen Studiengang Disability & Diversity Studies eine sehr innovative Qualifizierungsmöglichkeit zur nachhaltigen Förderung von Akzeptanz und Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt mit besonderem Schwerpunkt auf die Bemühungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung und spezifischen Benachteiligungen.

EB_DDS_01022013_neu

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