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Nachbericht zur DiStA-Forschungswerkstatt 2026

Am 29. Mai 2026 fand die 5. Österreichische Online Inter- und Transdisziplinäre Dis/Ability-Forschungswerkstatt von Disability Studies Austria (DiStA) statt. Als Zuhörer-in war es ein inspirierender Tag, der viele Eindrücke hinterlassen hat. Der wissenschaftliche Austausch, der kritischer Diskussion und die kreativen Inputs und Forschungsansätze war aufregend und förderte das Nachdenken über den gesellschaftlichen Umgang und das Denken über Behinderung und Nicht-Behinderung.

Die vom Crip Collective (TU Wien) organisierte Forschungswerkstatt stand unter dem Schwerpunkt „Austerität, Sozialabbau und Behinderung“. Gleichzeitig bot das Programm Raum für vielfältige Themen aus den Disability Studies.

Den Auftakt machte Veronika Bachleitner mit Überlegungen zu Zugehörigkeit in wissenschaftlichen Wissenskulturen. Der Beitrag richtete den Blick auf Forschungsumgebungen, in denen unterschiedliche Arten des Denkens und Wahrnehmens Anerkennung finden können.

Mit ihrem künstlerischen Forschungsprojekt „utterstutterclutter“ luden Ema Benčíková und Elena Lach dazu ein, Kommunikation kreativ wirken zu lassen. Statt von Defiziten in der Kommunikation zu sprechen, fragten sie danach, wie behinderte Kommunikation funktioniert und welche neuen Möglichkeiten daraus entstehen können.

Kay Kender zeigte in einem Vortrag zu Naturschutz und Faschismus auf, wie historische Vorstellungen von Natur bis heute den Zugang zu Naturerfahrungen beeinflussen. Der Beitrag machte deutlich, dass Fragen von Barrierefreiheit auch in Natur- und Umwelträumen eine wichtige Rolle spielen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Schwerpunkts stand die Podiumsdiskussion zu den Folgen von Sparpolitik für behinderte Menschen. Die Diskussion verdeutlichte, wie eng politische Entscheidungen mit Fragen von Partizipation, Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit verbunden sind und welche Rolle Disability Studies dabei spielen können. Es diskutierten Ursula Naue, Pia Röhrer, Paulina Spelbrink und Florian Slansky. Katta Spiel moderierte.

Am Nachmittag sprach Leo Hosp über Autismus, sensorische Wahrnehmung und Technik. Besonders spannend war die Perspektive, dass Technik sowohl entlastend als auch belastend wirken kann und dass sensorische Erfahrungen kontext- und personenbezogen sind und im Zusammenspiel von Person, Umwelt und Technologie entstehen.

Den Abschluss bildete der Beitrag von Oliver Suchanek und Lydia Kremslehner über eine Accessible Kunstausstellung, die gemeinsam mit tauben und taubblinden Künstler-innen entwickelt wurde. Das Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie Partizipation, Mitbestimmung und Barrierefreiheit kreative Prozesse und kulturelle Angebote bereichern können.

Die Forschungswerkstatt war thematisch vielfältig und kreativ gestaltet. Sie machte einmal mehr sichtbar, wie facettenreich Disability Studies in Österreich sind. Über unterschiedliche wissenschaftliche, künstlerische und aktivistische Zugänge kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch. Die Forschungswerkstatt war wie immer ein Raum für gemeinsames Lernen, kritisches Nachdenken und solidarischen Austausch. Wir bedanken uns herzlich beim Crip Collective, allen voran bei Katharina Werner und Janis Lena Meißner für die Organisation und die Durchführung.

Termin-Ankündigung für das Netzwerktreffen Disability Studies

Save the Date 23.10.2026 von 10-14 Uhr online via ZOOM

DiStA ist Teil des deutschsprachigen Netzwerks Disability Studies. https://disabilitystudies.de/  

Auf dem vorläufigen Programm stehen der Austausch und Mitteilungen über aktuelle Entwicklungen in den DS sowie ein kleiner interaktiver Fachvortrag. Zudem ist Zeit für die Treffen der Arbeitsgruppen vorgesehen. 

Barrieresensible Gestaltung: 

Eine Schrift-Dolmetschung wird organisiert und alle Dokumente und Dateien werden im barrierearmen Format vor der Veranstaltung im Gesamtverteiler versendet. Weitere Barrierefreiheits-Anforderungen können bis zum 15.07.2026 hier angemeldet werden:

Janieta Bartz

E-Mail: janieta.bartz@hs-duesseldorf.de

Telefon/WhatsApp: 0170 7456640

Lange Nacht der Forschung 2026: „Was ist Ableismus?“

Von Michaela Joch und Rahel More

Am 24. April 2026 fand österreichweit die Lange Nacht der Forschung statt, deren Ziel die niederschwellige Wissenschaftsvermittlung ist. Michaela Joch und Rahel More vom Institut für Bildungswissenschaft, Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik, waren im Hauptgebäude der Universität Wien mit einer Station zum Thema „Was ist Ableismus“ vertreten. Die Station wurde in Kooperation mit Dominik Wang, Helena Auer und Jennifer Davies von den Wiener Volkshochschulen (VHS) sowie Martina Gollner von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs umgesetzt. Unterstützt wurden die Wissenschaftlerinnen außerdem von den studentischen Hilfskräften Livia Dell’Acqua, Flora Egle und Maximilian Schlager vom Institut für Bildungswissenschaft.

Gruppenfoto an der Station von Dolmetscher:innen, VHS-Kolleginnen, Projektleiterinnen und studentischen Mitarbeitenden.

© Markus Korenjak

An der Mitmach-Station konnten sich die Besucher:innen spielerisch zum Thema Ableismus informieren und zudem unterschiedliche Möglichkeiten der Teilhabe im Wissenschaftskontext kennenlernen. Dazu zählten u.a. Wissensposter mit Beispielen für Ableismus, der Avatar der VHS, Inhalte in Leichter Sprache und Braille-Schrift sowie zugängliche digitale Inhalte über unsere zusätzliche Informations-Homepage zur Station u.a. mit Fließtext und Vorlese-Funktion. Zudem war die Möglichkeit der Dolmetschung von Inhalten in österreichische Gebärdensprache an der Station vorhanden.

Gruppenfoto an der Station von Dolmetscher:innen, VHS-Kollegin, Hilfsgemeinschaft-Kollegin, Projektleiterinnen und studentischen Mitarbeitenden.

© Johannes Hloch

Ziel unserer Station war es, den Besucher:innen den Zusammenhang zwischen Fähigkeiten, Inklusion und Exklusion zu vermitteln. Dabei ging es uns v.a. um Fragen von Behinderung, unterschiedlichen Fähigkeiten und Teilhabe. Vor Ort sowie über eine digitale Pinnwand konnten die Besucher:innen festhalten, was sie unter Fähigkeit verstehen und welche Fähigkeiten sie in ihrem Leben als wichtig erachten. So entstand eine Sammlung unterschiedlicher Fähigkeiten und wir konnten darüber vertiefte Gespräche zu Normalitätsvorstellungen und Ausschlussprozessen anregen.

Foto von Michaela auf dem Bildschirm des Avatars, im Hintergrund VHS-Kollegin und studentische Mitarbeitende bei der Station.

© Rahel More

Insbesondere der Avatar der VHS, über den Michaela Joch anwesend war, sowie die Inhalte in Braille-Schrift weckten das Interesse der Besucher:innen und ermöglichten viele Interaktionen zum Thema Ableismus. Für den Großteil waren die Inhalte unserer Station sowie der Begriff Ableismus neu, es kamen jedoch auch Personen mit Vorwissen bzw. Expert:innen zu Inklusion und Behinderung und tauschten sich mit uns aus. Kinder und Erwachsen zeigten gleichermaßen Interesse an unserer Station und so entstanden viele spannende Gespräche und gegenseitige Lernmöglichkeiten. Mit dem Avatar war es außerdem möglich andere Stationen zu besuchen und somit Einblicke in die Arbeit der Kolleg:innen zu erhalten.

Foto aus Michaelas Perspektive über den Avatar von Rahel und der Station im Hintergrund.

© Michaela Joch

Foto von Michaela über den Bildschirm des Avatars und Rahel, zwischen ihnen ein blaues Poster mit dem Text „Stop Ableism now“.

© Markus Korenjak

Foto einer Pinnwand mit vielen Zettelchen mit Definitionen von Fähigkeiten.

© Rahel More

Foto eines grauen Padlets mit weißer Schrift, mit Anleitung für Tastaturkürzel und drei Einträgen zu Fähigkeiten.

© Rahel More

Foto vom Avatar mit Rollen an einer anderen Station, Michaela am Bildschirm mit Skelett der anderen Station im Hintergrund.

© Livia Dell’Acqua

 

 

Komm zum Netzwerk-Treffen Disability Studies 24.04.2026

Das Netzwerk Disability Studies ist eine Kooperation aus verschiedenen Netzwerken, Instituten und Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Gegründet im Jahr 2018 auf der Berliner Disability Studies Konferenz „DisKo18“ führt es Forschende mit und ohne Behinderungen zusammen, die in ihrer wissenschaftlichen Arbeit nach den Grundzügen der Disability Studies arbeiten.

Das Netzwerk-Treffen Disability Studies findet am 24.04.2026 von 10.00 – 14.00 Uhr statt. Teilnehmen können alle über diesen ZOOM-Link:

https://uni-leipzig.zoom-x.de/j/65824299067?pwd=7QWW3clNBx93AVZiBjYkO0SVZWO9aQ.1

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Lehr- und Forschungsbereich Disability Studies (Uni Innsbruck), bidok (Innsbruck),  BODYS (Bochum), ZeDiSplus (Hamburg), iDiS (Uni Köln), Disability Studies Deutschland e.V. (DSD).

Es wird Schriftdolmetschung angeboten. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Hinweise zur barrierearmen Kommunikation: Es werden Schrift-Dolmetschende anwesend sein. Bitte machen Sie sich Ihr Sprechtempo wiederholt bewusst und achten darauf, sodass die Verschriftlichung parallel erfolgen kann. Bitte nutzten Sie Chatnachrichten nur für Wortbeiträge, die von der Moderation vorgelesen werden. Um eine Gleichberechtigung der Kommunikationsweisen zu gewährleisten, soll keine Paralleldiskussion im Chat entstehen.

Herzliche Grüße, Das Orga-Team  (Carolin Fleischer-Heininger, Fabian Rombach, Johanna Burk,  Johanna Leidich, Sarah Karim, Nico Leonhardt)

 

5. Österreichische Online Inter- und Transdisziplinäre Dis/Ability-Forschungswerkstatt

 

Wann: Freitag, 29. Mai 2026

Ort: Online (Link wird den angemeldeten Teilnehmer*innen zeitgerecht bekanntgegeben)

Die fünfte Inter- und Transdisziplinäre Dis/Ability-Forschungswerkstatt wird am 29. Mai 2026 stattfinden. Auch heuer laden wir Studierende, Wissenschaftler*innen und Forschende außerhalb klassischer akademischer Strukturen, die im Sinne der Disability Studies forschen, herzlich ein, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren. 

Die Teilnahme ist mit eigenem Beitrag oder als Zuhörer*in und Mitdiskutant*in ohne eigenen Beitrag möglich.

Ein Ziel von Disability Studies Austria (DiStA) ist es, die Disability Studies in der österreichischen Forschungslandschaft sichtbarer zu machen. Wir gehen davon aus, dass es in vielen Wissenschaftsdisziplinen möglich ist, kritisch und emanzipatorisch zu Behinderung(en) zu forschen und zu lehren. Dazu wurde ein Positionspapier veröffentlicht.

Thematischer Schwerpunkt 2026: Austerität, Sozialabbau und Behinderung

Die heurige Forschungswerkstatt wird vom Crip Collective organisiert – einem Zusammenschluss für behindertengeleitete Forschung und Design, u. a. im Rahmen des ERC Starting Grant finanzierten Projekts ACCESSTECH.

Einreichungen zu sämtlichen Themen sind willkommen, die für Disability Studies relevant sind. Vor dem Hintergrund massiver Einsparungen im Sozial-, Pflege- und Gesundheitsbereich setzen wir dieses Jahr zusätzlich einen thematischen Schwerpunkt auf die Auswirkungen von Austeritäts- und Kürzungspolitiken.

Wir laden insbesondere Beiträge ein, die sich kritisch mit den sozialen, politischen und ökonomischen Folgen dieser Entwicklungen auseinandersetzen: 

  • Wie verändern Kürzungen Autonomie, Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen?
  • Welche Rückschritte drohen – und welche Formen von Widerstand, Solidarität und Gegenwissen entstehen?
  • Welche Rolle können Disability Studies in diesen Auseinandersetzungen spielen – analytisch, politisch und praktisch?

Willkommen sind theoretische, empirische, methodische, künstlerische, aktivistische oder erfahrungsbasierte Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen und Positionierungen.

Format & Organisation

Die Forschungswerkstatt findet online statt und besteht aus Präsentation der Beiträge mit anschließender gemeinsamer Diskussion. Ziel ist kein Leistungs- oder Konkurrenzraum, sondern ein solidarischer Austausch auf Augenhöhe.

Anmeldung & Einreichung

Bitte melden Sie sich über das Online-Formular bis spätestens 26. April 2026 an, und geben Sie bekannt, ob Sie

  1. aktiv mit einem eigenen Beitrag teilnehmen wollen. Senden Sie uns dazu Ihren Titelvorschlag und eine kurze Beschreibung Ihres Beitrages. Eine Rückmeldung an aktiv gemeldete Teilnehmer*innen erfolgt Anfang Mai,
  2. ohne eigenen Beitrag als Zuhörer*in teilnehmen wollen,
  3. Bedarfe bzgl. der Barrierefreiheit der Veranstaltung (z.B. ÖGS-Dolmetsch) haben.

Die Teilnahme an der Forschungswerkstatt ist kostenlos. 

Das finale Programm wird Anfang Mai 2026 auf der Forschungswerkstatt-Internetseite veröffentlicht.

Die Forschungswerkstatt wird vom Crip Collective in Kollaboration mit der TU Wien für das Disability Studies Austria (DiStA) Netzwerk organisiert.

Fragen zu Barrierefreiheit oder Inhalt? Per Mail an dista-fowe@uniability.org

Liebe Grüße,

das Organisationsteam: Katharina Werner, Janis Lena Meißner

Dista26_Ausschreibung

13th ALTER Conference: Transformations

Von Laura Hochsteiner

Von 8. bis 10. Juli 2025 fand in Innsbruck die 13. Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Disability Research (ALTER) mit dem Thema „Transformations“ statt. Den Auftakt bildete das Disability Studies Vernetzungstreffen, das von Volker Schönwiese, Angela Wegscheider und Laura Hochsteiner (für DiStA) gemeinsam mit Bertold Scharf und Karin Sauer (für Netzwerk Disability Studies) als Pre-Event organisiert wurde. Bei diesem hybriden Treffen waren Forscher-innen nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum, sondern auch aus dem internationalen Kontext vertreten. Genaueres ist im Nachbericht zum Vernetzungstreffen (8. Juli 2025) nachzulesen.

v.l.n.r.: Angela Wegscheider und Laura Hochsteiner von DiStA, sowie Bertold Scharf (Netzwerk Disability Studies) und Barbara Neukirchinger von der Hochschule Bremen

Im Verlauf der ALTER Tagung wurde eine große Bandbreite an Themen, Disziplinen und Zugängen abgedeckt. Panels inkludierten Beiträge zu Behinderung und unter anderem Aktivismus, Repräsentation, Recht, Inklusion, Arbeit, Ausbildung, Archiv-/Museumsarbeit, Identität, Deinstitutionalisierung und Barrierefreiheit. Die Abstracts können hier eingesehen werden: https://alterconf2025.sciencesconf.org/data/pages/ALTER_Index_2.pdf

Neben Paper-Präsentationen wurden verschiedene Workshops abgehalten. Petra Flieger, Natalie Mair, Volker Schönwiese und Angela Wegscheider beispielweise leiteten einen Workshop zu „History of the Disability Rights Movement in Austria“, bei dem ihr Projekt zur Geschichte der Behindertenbewegung in Österreich und ihr Projektwebsite ausführlich vorgestellt wurden. Link zur Projektwebsite: https://bidok.uibk.ac.at/projekte/behindertenbewegung/.

v.l.n.r.: Angela Wegscheider, Natalie Mair, Petra Flieger. Über Zoom: Volker Schönwiese

Die nächste ALTER-Konferenz wird voraussichtlich 2026 in Plzeň (Tschechien) stattfinden.

 

Nachbericht zum Disability Studies Vernetzungstreffen

Als Pre-Event zur ALTER-Konferenz an der Universität Innsbruck luden DiStA (Disability Studies Austria, Forschung zu Behinderung, Österreich) und das Netzwerk Disability Studies am 8. Juli zu einem Vernetzungstreffen deutschsprachiger Forscher-innen in den Disability Studies ein.

Es nahmen 21 Personen vor Ort und 23 Personen online teil. Die Organisator-innen waren Laura Nadine Hochsteiner, Volker Schönwiese und Angela Wegscheider von DiStA sowie Bertold Scharf und Karin Elinor Sauer vom Netzwerk für Disability Studies.

Zunächst machten wir eine kurze Vorstellungsrunde der Anwesenden im Raum und in Zoom und stellten die Ziele und die Arbeit von DiStA und dem Netzwerk für Disability Studies vor. Schließlich wollten wir der Diskussion und Identifizierung von Problemen und Handlungsspielräumen viel Zeit geben und eine Resolution zum Erhalt von ZeDis behandeln, die an uns herangetragen wurde.

Einzelne Teilnehmer-innen berichteten von ihren Erfahrungen mit den Disability Studies an ihren Bildungseinrichtungen. In den unterschiedlichsten Disziplinen wird bereits im Sinne der Disability Studies gearbeitet. Es gibt einige sehr interessante Initiativen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland, aber es drohen auch Rückschläge. Vor allem das einmal Erreichte, wie der Lehrstuhl an der Universität zu Köln oder der Schwerpunkt in den Erziehungswissenschaften an der Universität Wien, hängt oft an einzelnen Personen. Nach deren Pensionierung gehen diese verloren. Aber auch die Beendigung von befristeten Förderungen wie beim ZeDiSplus in Hamburg stellen ein Problem dar. Andere Problemlagen ergeben sich durch fehlende wissenschaftliche Anerkennung, fehlende Forschungsprogramme oder Vereinnahmungen unterschiedlichster Art. Bertold Scharf stellte die Resolution zum Erhalt von ZeDis in Hamburg vor. Das Dokument ist unten downloadbar.

Das Ziel, sichtbarer zu werden und deutlicher aufzutreten, wird formuliert. Die Idee einer Kampfschrift oder eines Manifests wird eingebracht. Als Ausgangspapiere sollen das im Jahr 2019 formulierte Positionspapier von DiStA (siehe DiStA-Startseite) sowie die Resolution zum Erhalt von ZeDis dienen. In Kürze wird eine Arbeitsgruppe dazu eingerichtet.

Ziel des Treffens war es, Menschen zusammenzubringen, die im Bereich der Disability Studies in Österreich und anderen deutschsprachigen Ländern arbeiten. Dies hat sich voll erfüllt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit für das Manifest und ein baldiges Wiedersehen – persönlich oder online.

Personen, die Kontakt zu DiStA (Disability Studies Austria, Forschung zu Behinderung, Österreich) und/oder zu Netzwerk Disability Studies suchen, können sich gerne melden bei angela.wegscheider@jku.at oder Bertold-Peter.Scharf@hs-bremen.de.

Disability in Local and Global Contexts – Nordic Network on Disability Research Conference

Eröffnung der NNDR Conference

Im Mai 2025 fand in Helsinki mit über 700 Teilnehmenden die 17. Nordic Network on Disability Research Conference des gleichnamigen Netzwerks (NNDR) statt.

Einige Wissenschaftler-innen, die in Österreich im Bereich der Disability Studies forschen, waren mit Beiträgen vertreten, unter anderem:

Anna Ajlani (Universität Linz) mit Navigating digital inclusion: Sociotechnical constellations in the daily lives of people with print disabilities
 

Nicolas Hauer (Universität Wien) mit Perspectives of people with learning disabilities on inclusion and employment in Austria.

Johannes Müller, Sabine Mandl, Oliver Koenig (Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten) mit Embracing Minor Gestures: Co-Creating Dimensions of Inclusive Work Through Slow Research

Rahel More (Universität Graz) mit Child welfare services, disabled children, and their families: An international comparative social policy analysis.

Simon Reisenbauer, Sabine Mandl, und Oliver Koenig (Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten) mit Struggles for independence. Narratives in peri- and postpandemic times of crisis.

Angela Wegscheider (Universität Linz) zusammen mit Marte Feiring mit Radical ideas of early disability activists.

Sabine Weiß (Universität Wien) mit The transition of students with disabilities to university from a Bourdieusian perspective.

Die Abstracts der einzelnen Beiträge sind hier nachzulesen.

 

DISTA: Connecting Researchers and Students in Disability Studies in Austria (Research Careers Campus @Uni Graz)

Im April hat Johanna Stadlbauer, die den Research Careers Campus der Universität Graz leitet, Laura Hochsteiner und Rahel More Fragen zu DiStA gestellt.

Three questions for Laura Hochsteiner and Rahel More (April 2025)

Der (englischsprachige) Beitrag ist hier nachzulesen: https://research-careers-campus.uni-graz.at/de/neuigkeiten/dista-connecting-researchers-and-students-in-disability-studies-in-austria

Logo: DiStA - Disability Studies AustriaLogo: Universität Graz

Weiße Sprechblase auf grauem Hintergrund mit Fragezeichen und Ausrufezeichen. In der Sprechblase steht: Kurzportraits und das DiStA Logo ist abgebildet.

3. Kurzportrait der Serie „Wer ist bei DiStA aktiv?“

In den kommenden Monaten stellen wir mit unserer neuen Kurzportraitserie einige Personen vor, die sich im Rahmen von DiStA engagieren.

Angela Wegscheider studierte Sozialwirtschaft und arbeitet als Senior Scientist am Institut für Politikwissenschaft und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität Linz

Angela Wegscheider, eine Frau mit grauen mittleren Haaren und Brille, gekleidet mit blauem Blazer, steht an einem Rednerpult und spricht.

Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deiner Forschung bzw. Arbeit?

Seit 2003 arbeite ich in verschiedenen Positionen am Institut für Politikwissenschaft und Sozialpolitik (vormals Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik) an der Johannes Kepler Universität Linz und aus verschiedenen Perspektiven zu dem Thema Behinderung. Während ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, begann ich als Projektmitarbeiterin für eine Informationsplattform für Arbeit und Behinderung an der Uni zu arbeiten. In meiner Dissertation befasste ich mich dann mit der Analyse der Politik für Menschen mit Behinderungen in Österreich. Aktuell liegen meine Forschungsschwerpunkte in den Disability Studies und Disability History, sowie Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik. Zurzeit arbeite ich gemeinsam mit Volker Schönwiese an der Erforschung der 100jährigen Geschichte der Behinderten(rechts)bewegung in Österreich.

Seit wann bist du bei DiStA aktiv?

Ich bin ziemlich zu Beginn zu DiStA dazugestoßen. Ich glaube, es waren Volker Schönwiese und Ursula Naue, die 2009 das erste Vernetzungstreffen in Wien organisiert haben. Da war ich dabei. Es hat mir gut gefallen, endlich Kontakt zu Menschen aufbauen zu können, die nach den Prinzipien der Disability Studies arbeiten und forschen.

Warum bzw. wofür engagierst du dich bei DiStA?

Zum einen aus meinem eigenen biografischen und familiären Hintergrund.  Zum anderen aus meinem fachlichen Hintergrund und meinem Forschungsinteresse. Das Ziel von DiStA ist es, die Forschung und Lehre im Sinne der Disability Studies in Österreich voranzutreiben und auch Menschen zusammenzubringen, die in diesem Sinne arbeiten oder auch arbeiten wollen. Ich halte den Austausch und die Diskussion mit Menschen, die zu ähnlichen Themen, Methoden oder Ansätzen forschen ganz wichtig. Es hilft mir zu lernen und die eigenen Sachen zu reflektieren und einordnen zu können. Forschungscommunities tendieren dazu sich Netzwerke zu schaffen. Wir haben im Rahmen von DiStA regelmäßig Treffen in unterschiedlichen Formaten organisiert. Es sind immer wieder neue spannende Leute dazugekommen. Insbesondere die Einbindung und Förderung der jüngeren Kolleg*innen ist mir ein wichtiges Anliegen.