Archiv des Autors: Angela Wegscheider

Neues Buch: Cripping Dance? Potenziale Ambivalenzen im inklusiven Tanz von Elisabeth Magdlener

Der behinderte Körper im Tanz ist selbst in den DisAbility Studies ein wenig beforschtes Thema. In diesem Buch verknüpft Elisabeth Magdlener crip-, queer- und  tanztheoretische Ansätze miteinander und, gestützt auf Expert_inneninterviews, entwickelt sie weiter. Dabei werden kulturelle und gesellschaftliche Zuschreibungen an Behinderung, Nicht-Behinderung und Tanz im Spannungsfeld von Körper und Normierung erörtert. Die Autor*in geht der Frage nach, wie der (behinderte*) Körper im Tanz verhandelt wird. Der inklusive Tanz und der Kontakttanz DanceAbility haben sich zum Ziel gesetzt, den behinderten Körper in den Tanz zu inkludieren. Doch welche Potenziale und Ambivalenzen ergeben sich daraus? Wie erleben professionelle Tänzer_innen mit DisAbility ihre gleichberechtigte Teilhabe? Welche Normierungen verstecken sich selbst in der als inklusiv konzipierten Tanzform der Kontaktimprovisation? Und wie könnten zugängliche Formen von Tanz und Ästhetik für DisAbility gedacht werden? Braucht es eine radikalere Strategie, um bestehenden Einteilungen und Unterdrückungsverhältnissen entgegenzuwirken? Der Forschungsverbund Gender & &  Agency der Universität Wien (nachfolgend: Forschungsplattform GAIN – Gender: Ambivalent In_Visibilities) zeichnete das Buch mit dem Wissenschaftspreis 2019 aus.   

Die Autor*in Elisabeth Magdlener  ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin, Vortragende, Workshopleiterin und Autorin im Bereich Queer DisAbility (Studies) und Körperdiskurse. Sie ist Tänzerin und Mitglied der weltweiten Community-Tanzbewegung DanceAbility sowie des Austrian DanceArt Movements und performt bei A.D.A.M. –   Austrian DanceArt Movement. Die Autorin ist Gründerin und Obperson des Vereins CCC** –   Change Cultural Concepts. Ebenso ist Elisabeth Magdlener im Vorstand von Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen* mit Behinderung*. Sie studierte Pädagogik (Mag.a) und Gender Studies (MA) an der Universität Wien. Derzeit arbeitet die Autorin unter anderem an unterschiedlichen Projekten zum Thema Bewusstseinsbildung und schreibt in verschiedenen Medien zu den Thematiken.

Das Buch sollte im gesamten deutschsprachigen Buchhandel (weitgehend auch international, da eventuell aber nur nach Vorbestellung; so der Verlag) verfügbar   sein, z.B. über die ISBN-Nummer auf Thalia: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/ID150683971.html.  Es wird in den nächsten Wochen auch als E-Book  erscheinen.

Bestelldetails :

ISBN/EAN: 9783990610213

Verlag: Wiener Verlag für Sozialforschung
Auflage: 1
Erscheinungsjahr: 2021
Erscheinungsort: Bad Vöslau, Österreich
www.wienerverlag.at
© Vienna Academic Press Verlags GmbH

Buchcover Cripping Dance fertig

Ankündigung Veranstaltung Anti Stigma

Präsentation Ausgabe #4 und Gründungsgipfel des Crip Magazine, 11. und 13. Juni 2021

Crip Magazine Präsentation und Gründungsgipfel am Freitag 11. Juni (19h) und Sonntag 13. Juni (15h), Belvedere 21 Skulpturengarten in Wien

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FR, 11. 6. 2021 / 19 – 22 UHR
Präsentation der vierten Ausgabe des Crip Magazine und Filmprogramm,
zusammengestellt von Eva Egermann (Künstlerin, Wien)
 
 
Das Crip Magazine widmet sich gegenhegemonialen Erfahrungen und Wissensformen um Krankheit und Behinderung. Die Repolitisierung von psychischer Gesundheit und vielfältige künstlerische Perspektiven werden in der aktuellen Ausgabe, die in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien entstanden ist, verhandelt. Präsentation gemeinsam mit Kuratorin Anne Faucheret (Kunsthalle Wien) und Filmprogramm mit künstlerischen und aktivistischen Beiträgen, von und mit Disability Mad Pride Parade, Em Gruber, Amanda Baggs, Julischka Stengele u. a. / In Kooperation mit Kunsthalle Wien

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SO, 13. 6. 2021 / 15 – 18 UHR

COMMUNITY OUTREACH
> Anti Stigma < Crip Convention 2021

Wir laden zur Crip Convention und zur Crip Magazine-Neugründung in den Skulpturengarten des Belvedere 21. Der Schwerpunkt liegt auf der kollektiven Weiterentwicklung und Perspektiven zum Weiterbestehen des Magazins. / Input von Susanne Hamscha (Gründungskomitee Crip Magazine) und Workshop.
 

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Belvedere 21 / Skulpturengarten
Museum für Zeitgenössische Kunst
Arsenalstrasse 1, 1030 Wien
 
Aufgrund der Corona Bestimmungen ist das Platzkontingent leider beschränkt und es ist notwendig unter den angeführten Links ein Ticket zu buchen. Der Eintritt ist frei!
 

Technologieforschung aus Sicht der Disability Studies

Katta Spiel forscht über marginalisierte Perspektiven auf Technologie, um kritisches Design und Technik zu fördern. Derzeit ist Katta Spiel FWF Hertha-Firnberg Stipendiat*in an der HCI Group der TU Wien, wo er*sie das Projekt „Exceptional Norms: Marginalized Bodies in Interaction Design“ bearbeitet. 

Katta Spiel’s Arbeit ist an der Schnittstelle von Informatik, Design und Kulturwissenschaften angesiedelt. Er*sie nutzt auch Methoden des (kritischen) partizipativen Designs und der Aktionsforschung und arbeitet dabei mit neurodiversen und/oder nicht-binären Menschen zusammen. Der Zugang ist ableistisch geprägt und erforscht neue Potenziale für Designs, methodische Beiträge zur Mensch-Computer-Interaktion und innovative technologische Artefakte.

Eine aktuell publizierte Forschung beschäftigt sich kritisch mit der Entwicklung von Computerspielen für neurodivergente Menschen. Katta Spiel hat dazu auch einen Blogbeitrag verfasst: https://kattaspiel.medium.com/youre-neurodivergent-you-don-t-get-to-play-just-for-the-sake-of-it-9dab918ac92e?source=friends_link&sk=43bfa7ead6f67adb3677830dd2be1ddc

 

Spiel, K. & Gerling, K. (2021). The Purpose of Play: How HCI Games Research Fails Neurodivergent Populations.  ACM Transactions on Computer-Human Interactions 28(2), https://dl.acm.org/doi/10.1145/3432245

 

Partizipativ forschen mit Müttern und Vätern mit Lernschwierigkeiten von Rahel More

An der Universität Klagenfurt forscht Rahel More im Rahmen ihres Disserationsprojektes zu Eltern mit Lernschwierigkeiten und die Bedeutung elterlicher Kompetenzen.

In der gerade erschienen ÖJS – Österreichisches Jahrbuch für Soziale Arbeit (2021) schreibt sie über ihre Erfahrungen im partizipativen Forschen gemeinsam mit Personen mit sogenannten Lernschwierigkeiten. Diese sind noch immer weitgehend von akademischer Forschung exkludiert und laufen auch Gefahr durch Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit objektiviert zu werden.

Dieser lesenswerte Artikel bzw. die ÖJS ist open access hier downloadbar: https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogiksoziale_arbeit/zeitschriften/oesterreichisches_jahrbuch_fuer_soziale_arbeit.html

Zum Inhalt des Artikels: Rahel More forschte gemeinsam mit Mütter und Väter mit Lernschwierigkeiten, im Mittelpunkt standen die Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendhilfe (KJH). In ihrem Beitrag beschreibt sie die Potentiale und Herausforderungen partizipativ orientierter Forschung mit Eltern mit Lernschwierigkeiten. Im Rahmen ihres Dissertationsforschungsprojektes  hatte sie eine Kooperation mit einer Referenzgruppe aufgebaut, die aus Eltern mit Lernschwierigkeiten bestand und die als Ko-Forscher-innen wirkten. Die Partizipation der Zielgruppe hatte zum einen emanzipatorisches Potential für die Ko-Forschenden, zum anderen erwies sich das spezifische Vorwissen
der Referenzgruppe als gewinnbringend für die Forschung. Sie erläutert hilfreich für weitere Studien in ähnlichem Setting, das partizipativ orientierte Forschung nicht von Machtasymmetrien befreit ist und es daher stetiger Reflexion aller Beteiligten und Transparenz betreffend unterschiedliche Rollen im Forschungsprozess bedarf.

 

2. Vortrag in der Reihe „Ableismus an der Universität“ / invitation: 2nd lecture in the series „Ableism at the University“ (15th March, 14h)

(english version below)
Die Organisationen
 
– Kunstuniversität Linz
– Johannes Kepler Universität Linz
Disability Studies Austria
 
laden ganz herzlich zum zweiten Vortrag in der Reihe „Ableismus an der Universität“ ein.
 
Vortragender: Thomas Tajo
Titel: Prehistoric foundation of Global Visual Culture – Its impacts on contemporary societies and digital media
Wann: Montag 15. März, 14 bis 15 Uhr
 
Wo: virtuell über Zoom; Dieser Link führt direkt ins Zoom Meeting:
 
Zu organisatorischen Zwecken wird um Anmeldung unter angela.wegscheider@jku.at gebeten.
 
Über den Vortragenden: Thomas Tajo ist ein blinder Wissenschaftler und Aktivist in Sachen Behinderung, Vorsitzender der vor kurzem gegründeten internationalen Non-Profit Organisation „Vision Inclusive“.
 
Der Vortrag ist in englischer Sprache, mit Übersetzung in Gebärdensprache.
 
Begrüßung: Angela Wegscheider
Moderation: Karin Harrasser
 

Alternativ könnten Sie auch mit diesen Daten einsteigen:
Zoom-ID: 821 0336 1685
Kenncode: Ableism
 
 
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After the first lecture was such a great success, I would like to invite you on behalf of the organising institutions:
 
– Linz University of Art
– Johannes Kepler University Linz
Disability Studies Austria
 
to the second lecture in the series „Ableism at the University“.
 
Speaker: Thomas Tajo
Title: Prehistoric foundation of Global Visual Culture – Its impacts on contemporary societies and digital media
When: Monday 15 March, 2 to 3 p.m.
Where: virtually via Zoom; This link leads directly to the Zoom Meeting:
https://us02web.zoom.us/j/82103361685?pwd=bk1MZTA5U01lNjdET0FmeHl2VmxLZz09
 
For organisational purposes, please register at angela.wegscheider@jku.at.
 
About the speaker: Thomas Tajo is a blind scholar and disability activist, chair of the recently founded international non-profit organisation Vision Inclusive.
 
The lecture is in English, with translation into sign language.
 
Welcoming address: Angela Wegscheider
Moderation: Karin Harrasser
 
Alternatively, you could also enter with these dates:
Zoom ID: 821 0336 1685
Identifier code: Ableism
 
 

Trotz Fleiß kein Preis? Akademiker:innen mit Behinderungen und ihr Zugang zu künstlerischen und wissenschaftlichen Karrieren

Ableismus kann salopp als Behindertenfeindlichkeit übersetzt werden. Nicole Brown ging am 18. Jänner 2021 in ihrem Online-Vortrag der Frage nach, warum Ableismus an der Universität endemisch ist und was Einzelne bzw. die Institution dagegen tun können.

Nicole Brown kommt ursprünglich aus der Steiermark, lebt schon lange in London. Sie arbeitet als Lektorin am Institute of Education des University College London und ist Leiterin von Social Research & Practice and Education, einer privaten Forschungseinrichtung. Brown hat bereits aus unterschiedlichen Perspektiven zu Ableismus in Academia publiziert. Ihr Vortrag im Jänner war in deutscher Sprache, das davon erstellte Video ist untertitelt: https://www.youtube.com/watch?v=R7FGuX0XLwY&feature=youtu.be

Brown stützte ihre Präsentation auf ihre Forschungsprojekte zur Arbeitssituation von Personen mit Behinderungen, Neurodiversitäten und chronischen Erkrankungen an Universitäten. Ihrer Meinung nach fehlen die Vorbilder, aber auch der Zugang zu Unterstützungsstrukturen. In den Bachelor-Studiengängen gibt es noch relativ viele Studierende mit Behinderungen, aber bei jedem Übergang fallen potentiell für die Wissenschaft geeignete Personen heraus. Jene Personen mit Behinderungen, die es schaffen, sich an der Universität zu etablieren, wollen sich nicht outen. Sie haben Angst vor den Nachteilen und sehen auch keinen Nutzen darin. Ein Grundproblem für Brown ist die ungleiche Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen den persönlichen und sozialen Kosten und dem gewonnenen Nutzen der Offenlegung.

Den Universitäten empfiehlt sie den strategischen Schwerpunkt Gleichstellung, Diversität und Inklusion zu etablieren und ja keine Tokenisierung zu betreiben. Unter Tokenisierung versteht Brown, dass Institutionen nur alibimäßig etwas im Bereich von Gleichstellung, Diversität und Inklusion umsetzen, statt umfassende Prozesse zur Veränderung einzuleiten. Damit wollen sie vermeiden, wegen Diskriminierung belangt zu werden. Die Situation wird damit aber nicht echt verbessert und auch keine Veränderung der Institution eingeleitet. Brown regt an zur Umsetzung des Schwerpunktes die Entwicklung von Regeln mit klaren Zielvorgaben. Mit diesen Vorgaben für Barrierefreiheit, Unterstützung und Anerkennung haben Personen die Möglichkeiten diese einzufordern bzw. bei Nichteinhaltung jemanden zur Rechenschaft zu ziehen. Am Ende des Vortrages ist Brown optimistisch: Sie sagt zwar, dass die Probleme der Wissenschaftler:innen mit Behinderungen groß sind, aber auch, dass schon einiges erreicht worden ist.

COVID 19 und Menschen mit Lernschwierigkeiten weltweit und in Österreich

Das Coronavirus hat Menschen mit Lernschwierigkeiten, ihre Freunde und Familien und diejenigen, die sie unterstützen, auf der ganzen Welt betroffen. Wie gehen sie damit um? Petra Flieger berichtete in englischer Sprache über die Situation in Österreich.

Covid-19 on a global scale

 

Online-Veranstaltung zu Behinderung und Hochschule (18. Jänner 2021)

Gastvortrag „Trotz Fleiß kein Preis? Akademiker:innen mit Behinderungen und ihr Zugang zu künstlerischen und wissenschaftlichen Karrieren“  von Nicole Brown (online)

Montag, der 18. Jänner 2021 von 14:00 – 15.00 Uhr

Ableismus kann salopp als Behindertenfeindlichkeit übersetzt werden. Der Gastvortrag richtet sich an Interessierte an den Disability Studies, der Bildungsforschung und der Sozialwissenschaften, sowie an diejenigen, die mehr über die Beziehung zwischen akademischer Bildung, Behinderung und persönlicher Erfahrung wissen möchten.

Der Vortrag bezieht sich auf das kürzlich erschiene Buch „Ableism in Academia: Theorising Experiences of Disabilities and Chronic Illnesses in Higher Education“ (kostenloser Download) herausgegeben von Nicole Brown und Jennifer Leigh (https://www.uclpress.co.uk/products/123203).

Veranstalter*innen sind Johannes Kepler Universität und Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz – in Kooperation mit DISTA und Integriert Studieren

Wir bitten um Anmeldungen per Email unter angela.wegscheider@jku.at

Fragen? Bitte an angela.wegscheider@jku.at oder Telefon 0732 2468 7154

Hochschule und Behinderung_Gastvortrag_Nicole Brown 18.1.2021

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Zoom-Meeting beitreten am 18. Jan 2021 um 02:00 PM Budapest

https://jku.zoom.us/j/96982993264?pwd=QW84VmoyZmo1TXBOKzNXVllRVHp3QT09

Meeting-ID: 969 8299 3264

Passwort: 607570

Die Datenschutzerklärung, Nutzungsbedingungen und Hilfestellungen finden Sie unter https://help.jku.at/im/de/it-systeme/videokonferenz-mit-zoom

Ö1-Betrifft Geschichte: „ARBEIT, KEIN MITLEID“ zu 100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich Leben und Wirken von Siegfried Braun

Siegfried Braun war einer der frühesten Akteure der Behindertenbewegung in Österreich und Initiator der 1926 gegründeten „Ersten österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft“. Als solcher setzte er sich zeitlebens für beeinträchtigte Menschen in Österreich und anderen europäischen Ländern ein. Hilfe zur Selbsthilfe war der Leitspruch, dem er sich verpflichtet fühlte. Max Siegfried Vítezslav Braun wurde 1893 als Sohn eines jüdischen Gewerbetreibenden in Müglitz (Mohelnice) in Mähren geboren.

Braun, der im Alter von 12 Jahren schwer erkrankte und infolge dessen schwere körperliche Beeinträchtigungen erfuhr, kämpfte für eine bessere rechtliche Stellung von Betroffenen und bot jenen eine Anlaufstelle, die Unterstützung in Fragen von Fürsorge und Lebensgestaltung suchten. Auch in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten den 1930er-Jahre führte Siegfried Braun sein Engagement fort und leistete selbst nach seiner Deportation ins KZ Theresienstadt im Jahr 1943 mit heimlich organisierten Vorträgen und Diskussionen Aufklärungs- und Beratungsarbeit. 1944 wurde Siegfried Braun im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet, bis heute gilt er als Vorreiter der Behindertenbewegung in Österreich.

mit: Angela Wegscheider, Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Universität Linz und mit Unterstützung von Volker Schönwiese, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck
Gestaltung: David Winkler-Ebner

https://oe1.orf.at/collection/582573?ts=2020-11-27+17%3A55%3A00%2B01&page=future