Alter – European Society for Disability Research/Société Européenne de Recherche sur le Handicap (http://alter-asso.org) ruft zur Einreichtung für Papers zur ihrer peer-reviewten Jahrestagung auf. Die Konferenz findet 7. und 8. Juli 2022 an der Universität Saint-Louis in Brüssel statt.
Eingeladen zur Einreichung eines Abstracts sind alle Nachwuchswissenschaftler*innen, die sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Thema Behinderung oder mit verwandten Themen wie psychische Gesundheit oder Autonomieverlust beschäftigen. Angesprochen sollen sich unter anderem Forscher*innen aus der Soziologie, Anthropologie, Geschichte, Philosophie, Psychologie, Rechts- und Politikwissenschaften fühlen. Die Teilnehmer*innen können ihre Beiträge auf Englisch, Französisch oder in Gebärdensprache (International Sign, LSFB oder VGT) verfassen. Weitere Informationen zum Tagungsthema und zum Call: https://alterconf2022.sciencesconf.org/resource/page/id/1
Als Referent*innen konnten bereits gewonnen werden: Olivier Giraud (CNRS, Lise-Cnam, Frankreich); Eva Feder Kittay (Stony Brook University, Vereinigte Staaten); Paul Lemmens (KU Leuven, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Belgien).
Der behinderte Körper im Tanz ist selbst in den DisAbility Studies ein wenig beforschtes Thema. In diesem Buch verknüpft Elisabeth Magdlener crip-, queer- und tanztheoretische Ansätze miteinander und, gestützt auf Expert_inneninterviews, entwickelt sie weiter. Dabei werden kulturelle und gesellschaftliche Zuschreibungen an Behinderung, Nicht-Behinderung und Tanz im Spannungsfeld von Körper und Normierung erörtert. Die Autor*in geht der Frage nach, wie der (behinderte*) Körper im Tanz verhandelt wird. Der inklusive Tanz und der Kontakttanz DanceAbility haben sich zum Ziel gesetzt, den behinderten Körper in den Tanz zu inkludieren. Doch welche Potenziale und Ambivalenzen ergeben sich daraus? Wie erleben professionelle Tänzer_innen mit DisAbility ihre gleichberechtigte Teilhabe? Welche Normierungen verstecken sich selbst in der als inklusiv konzipierten Tanzform der Kontaktimprovisation? Und wie könnten zugängliche Formen von Tanz und Ästhetik für DisAbility gedacht werden? Braucht es eine radikalere Strategie, um bestehenden Einteilungen und Unterdrückungsverhältnissen entgegenzuwirken? Der Forschungsverbund Gender & & Agency der Universität Wien (nachfolgend: Forschungsplattform GAIN – Gender: Ambivalent In_Visibilities) zeichnete das Buch mit dem Wissenschaftspreis 2019 aus.
Die Autor*in Elisabeth Magdlener ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin, Vortragende, Workshopleiterin und Autorin im Bereich Queer DisAbility (Studies) und Körperdiskurse. Sie ist Tänzerin und Mitglied der weltweiten Community-Tanzbewegung DanceAbility sowie des Austrian DanceArt Movements und performt bei A.D.A.M. – Austrian DanceArt Movement. Die Autorin ist Gründerin und Obperson des Vereins CCC** – Change Cultural Concepts. Ebenso ist Elisabeth Magdlener im Vorstand von Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen* mit Behinderung*. Sie studierte Pädagogik (Mag.a) und Gender Studies (MA) an der Universität Wien. Derzeit arbeitet die Autorin unter anderem an unterschiedlichen Projekten zum Thema Bewusstseinsbildung und schreibt in verschiedenen Medien zu den Thematiken.
Das Buch sollte im gesamten deutschsprachigen Buchhandel (weitgehend auch international, da eventuell aber nur nach Vorbestellung; so der Verlag) verfügbar sein, z.B. über die ISBN-Nummer auf Thalia: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/ID150683971.html. Es wird in den nächsten Wochen auch als E-Book erscheinen.
Crip Magazine Präsentation und Gründungsgipfel am Freitag 11. Juni (19h) und Sonntag 13. Juni (15h), Belvedere 21 Skulpturengarten in Wien
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FR, 11. 6. 2021 / 19 – 22 UHR Präsentation der vierten Ausgabe des Crip Magazine und Filmprogramm, zusammengestellt von Eva Egermann (Künstlerin, Wien)
Das Crip Magazine widmet sich gegenhegemonialen Erfahrungen und Wissensformen um Krankheit und Behinderung. Die Repolitisierung von psychischer Gesundheit und vielfältige künstlerische Perspektiven werden in der aktuellen Ausgabe, die in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien entstanden ist, verhandelt. Präsentation gemeinsam mit Kuratorin Anne Faucheret (Kunsthalle Wien) und Filmprogramm mit künstlerischen und aktivistischen Beiträgen, von und mit Disability Mad Pride Parade, Em Gruber, Amanda Baggs, Julischka Stengele u. a. / In Kooperation mit Kunsthalle Wien
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SO, 13. 6. 2021 / 15 – 18 UHR
COMMUNITY OUTREACH > Anti Stigma < Crip Convention 2021
Wir laden zur Crip Convention und zur Crip Magazine-Neugründung in den Skulpturengarten des Belvedere 21. Der Schwerpunkt liegt auf der kollektiven Weiterentwicklung und Perspektiven zum Weiterbestehen des Magazins. / Input von Susanne Hamscha (Gründungskomitee Crip Magazine) und Workshop.
Aufgrund der Corona Bestimmungen ist das Platzkontingent leider beschränkt und es ist notwendig unter den angeführten Links ein Ticket zu buchen. Der Eintritt ist frei!
Auf dem Blog Arbeit und Wirtschaft der AK Wien ist ein Beitrag erschienen, was die Probleme sind und was zu tun ist, um den inklusiven Arbeitsmarkt in Österreich zu verwirklichen.
Katta Spiel forscht über marginalisierte Perspektiven auf Technologie, um kritisches Design und Technik zu fördern. Derzeit ist Katta Spiel FWF Hertha-Firnberg Stipendiat*in an der HCI Group der TU Wien, wo er*sie das Projekt „Exceptional Norms: Marginalized Bodies in Interaction Design“ bearbeitet.
Katta Spiel’s Arbeit ist an der Schnittstelle von Informatik, Design und Kulturwissenschaften angesiedelt. Er*sie nutzt auch Methoden des (kritischen) partizipativen Designs und der Aktionsforschung und arbeitet dabei mit neurodiversen und/oder nicht-binären Menschen zusammen. Der Zugang ist ableistisch geprägt und erforscht neue Potenziale für Designs, methodische Beiträge zur Mensch-Computer-Interaktion und innovative technologische Artefakte.
Spiel, K. & Gerling, K. (2021). The Purpose of Play: How HCI Games Research Fails Neurodivergent Populations. ACM Transactions on Computer-Human Interactions 28(2), https://dl.acm.org/doi/10.1145/3432245
In der gerade erschienen ÖJS – Österreichisches Jahrbuch für Soziale Arbeit (2021) schreibt sie über ihre Erfahrungen im partizipativen Forschen gemeinsam mit Personen mit sogenannten Lernschwierigkeiten. Diese sind noch immer weitgehend von akademischer Forschung exkludiert und laufen auch Gefahr durch Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit objektiviert zu werden.
Zum Inhalt des Artikels: Rahel More forschte gemeinsam mit Mütter und Väter mit Lernschwierigkeiten, im Mittelpunkt standen die Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendhilfe (KJH). In ihrem Beitrag beschreibt sie die Potentiale und Herausforderungen partizipativ orientierter Forschung mit Eltern mit Lernschwierigkeiten. Im Rahmen ihres Dissertationsforschungsprojektes hatte sie eine Kooperation mit einer Referenzgruppe aufgebaut, die aus Eltern mit Lernschwierigkeiten bestand und die als Ko-Forscher-innen wirkten. Die Partizipation der Zielgruppe hatte zum einen emanzipatorisches Potential für die Ko-Forschenden, zum anderen erwies sich das spezifische Vorwissen der Referenzgruppe als gewinnbringend für die Forschung. Sie erläutert hilfreich für weitere Studien in ähnlichem Setting, das partizipativ orientierte Forschung nicht von Machtasymmetrien befreit ist und es daher stetiger Reflexion aller Beteiligten und Transparenz betreffend unterschiedliche Rollen im Forschungsprozess bedarf.
Über den Vortragenden: Thomas Tajo ist ein blinder Wissenschaftler und Aktivist in Sachen Behinderung, Vorsitzender der vor kurzem gegründeten internationalen Non-Profit Organisation „Vision Inclusive“.
Der Vortrag ist in englischer Sprache, mit Übersetzung in Gebärdensprache.
Begrüßung: Angela Wegscheider
Moderation: Karin Harrasser
Alternativ könnten Sie auch mit diesen Daten einsteigen:
After the first lecture was such a great success, I would like to invite you on behalf of the organising institutions:
– Linz University of Art – Johannes Kepler University Linz – Disability Studies Austria
to the second lecture in the series „Ableism at the University“.
Speaker: Thomas Tajo Title: Prehistoric foundation of Global Visual Culture – Its impacts on contemporary societies and digital media When: Monday 15 March, 2 to 3 p.m. Where: virtually via Zoom; This link leads directly to the Zoom Meeting: https://us02web.zoom.us/j/82103361685?pwd=bk1MZTA5U01lNjdET0FmeHl2VmxLZz09
About the speaker: Thomas Tajo is a blind scholar and disability activist, chair of the recently founded international non-profit organisation Vision Inclusive.
The lecture is in English, with translation into sign language.
Welcoming address: Angela Wegscheider Moderation: Karin Harrasser
Alternatively, you could also enter with these dates: Zoom ID: 821 0336 1685 Identifier code: Ableism
Behinderte Wissenschafter*innen stellen immer noch eine Ausnahme in der akademischen Landschaft dar. Auch an der TU Wien, wie an den meisten anderen universitären Einrichtungen in Österreich, wird innerhalb des wissenschaftlichen Personals eher weniger über Behinderung gesprochen. Wenn möglich geben viele diese nicht an und versuchen möglichst ‘trotz der Behinderung’ anstatt ‘mit den Stärken der Behinderung’ dem Produktions- und Leistungsdruck der modernen Wissenschaft standzuhalten. Zusammen mit Dr.in Nicole Brown (University College London) erkunden wir in dieser Veranstaltung unterschiedliche Facetten dieses Sachverhalts.
16.00 Uhr — 16.30 Uhr — Impulsvortrag “Zu krank und/oder behindert für die Universität?” (Dr.in Nicole Brown, University College London)
16.30 Uhr — 17.10 Uhr — Podiumsdiskussion mit Dr.in Nicole Brown, Dr. Stephanie Zihms (chronically academic), Eva Egerman (Crip Magazine & Disability Studies Austria), Maria Magdalena Fuhrmann-Ehn (TU Wien, Behindertenbeauftragte), Gerhard Neustätter (TU Wien, Behindertenvertrauensperson), Prof. Dr. Johannes Fröhlich (TU Wien, Vizerektor für Forschung, angefragt)
17.10 Uhr — 17.30 Uhr — Offene Diskussion und Abschluss
Ableismus kann salopp als Behindertenfeindlichkeit übersetzt werden. Nicole Brown ging am 18. Jänner 2021 in ihrem Online-Vortrag der Frage nach, warum Ableismus an der Universität endemisch ist und was Einzelne bzw. die Institution dagegen tun können.
Nicole Brown kommt ursprünglich aus der Steiermark, lebt schon lange in London. Sie arbeitet als Lektorin am Institute of Education des University College London und ist Leiterin von Social Research & Practice and Education, einer privaten Forschungseinrichtung. Brown hat bereits aus unterschiedlichen Perspektiven zu Ableismus in Academia publiziert. Ihr Vortrag im Jänner war in deutscher Sprache, das davon erstellte Video ist untertitelt: https://www.youtube.com/watch?v=R7FGuX0XLwY&feature=youtu.be
Brown stützte ihre Präsentation auf ihre Forschungsprojekte zur Arbeitssituation von Personen mit Behinderungen, Neurodiversitäten und chronischen Erkrankungen an Universitäten. Ihrer Meinung nach fehlen die Vorbilder, aber auch der Zugang zu Unterstützungsstrukturen. In den Bachelor-Studiengängen gibt es noch relativ viele Studierende mit Behinderungen, aber bei jedem Übergang fallen potentiell für die Wissenschaft geeignete Personen heraus. Jene Personen mit Behinderungen, die es schaffen, sich an der Universität zu etablieren, wollen sich nicht outen. Sie haben Angst vor den Nachteilen und sehen auch keinen Nutzen darin. Ein Grundproblem für Brown ist die ungleiche Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen den persönlichen und sozialen Kosten und dem gewonnenen Nutzen der Offenlegung.
Den Universitäten empfiehlt sie den strategischen Schwerpunkt Gleichstellung, Diversität und Inklusion zu etablieren und ja keine Tokenisierung zu betreiben. Unter Tokenisierung versteht Brown, dass Institutionen nur alibimäßig etwas im Bereich von Gleichstellung, Diversität und Inklusion umsetzen, statt umfassende Prozesse zur Veränderung einzuleiten. Damit wollen sie vermeiden, wegen Diskriminierung belangt zu werden. Die Situation wird damit aber nicht echt verbessert und auch keine Veränderung der Institution eingeleitet. Brown regt an zur Umsetzung des Schwerpunktes die Entwicklung von Regeln mit klaren Zielvorgaben. Mit diesen Vorgaben für Barrierefreiheit, Unterstützung und Anerkennung haben Personen die Möglichkeiten diese einzufordern bzw. bei Nichteinhaltung jemanden zur Rechenschaft zu ziehen. Am Ende des Vortrages ist Brown optimistisch: Sie sagt zwar, dass die Probleme der Wissenschaftler:innen mit Behinderungen groß sind, aber auch, dass schon einiges erreicht worden ist.
Das Coronavirus hat Menschen mit Lernschwierigkeiten, ihre Freunde und Familien und diejenigen, die sie unterstützen, auf der ganzen Welt betroffen. Wie gehen sie damit um? Petra Flieger berichtete in englischer Sprache über die Situation in Österreich.