Stein der Erinnerung für die Krüppelarbeitsgemeinschaft

Am 20. Mai wurde an der Adresse Wickenburgasse 15 im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt ein Stein der Erinnerung für Siegfried Braun verlegt. Er war ein zentraler Initiator der frühen österreichischen Behindertenbewegung und steht stellvertretend für die über 60 anderen jüdischen Mitglieder der Ersten Österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft, die fast alle im Holocaust ermordet wurden.

Martin Landstätter hielt eine berührende Rede über das Leben von Siegfried Braun. https://www.ladstaetter.at/2026/05/25/meine-rede-zur-enthuellung-stein-der-erinnerung/   

 

Meine Rede zur Enthüllung: Stein der Erinnerung

Siegfried Braun (1893–1944) war ein österreichisch-tschechischer Behindertenaktivist jüdischer Herkunft und ein früher Vorkämpfer für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Nachdem er im Alter von zwölf Jahren durch eine Krankheit körperlich beeinträchtigt worden war und fortan auf einen Rollstuhl und persönliche Assistenz angewiesen war, erlebte er selbst die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen. Dies motivierte ihn, sich aktiv dagegen einzusetzen.

Im Jahr 1926 gründete er mit Gleichgesinnten die Erste österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft, die sich für Selbstvertretung, gesellschaftliche Teilhabe und Selbsthilfe in Form von bezahlter Arbeit von Menschen mit Behinderungen einsetzte. Unter dem Motto „Arbeit, kein Mitleid! Arbeit, nicht Siechenhaus!” organisierte die Vereinigung Informationsveranstaltungen, gab die Zeitschrift Der Krüppel heraus und schuf Arbeitsplätze in eigenen Werkstätten.

Siegfried Braun ist ein Beispiel für die vielen wenig beachteten Pioniere der Behindertenbewegung jüdischer Herkunft, die Opfer des NS-Regimes wurden.

Aktuell arbeiten Angela Wegscheider und Volker Schönwiese an einer Buchpublikation und einer Wanderausstellung zur 100jährigen Geschichte der Behindertenbewegung in Österreich. 

Die aktuell verfügbaren Informationen basieren auf

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