Wie jedes Jahr war die Forschungswerkstatt auch diesmal ein Angebot an Studierende, um aktuellen Forschungsperspektiven der Disability Studies niederschwellig kennenzulernen. Es nahmen u.a. Studierende aus dem Bachelor Erziehungswissenschaft an der Universität Klagenfurt teil im Rahmen eines Seminars zu internationalen Perspektiven auf Teilhabe, Inklusion und Selbstbestimmung teil. LVA-Leiterin Rahel More hat die Studierenden angeleitet, sich Notizen zur Forschungswerkstatt zu machen. Diese wurden in der Folgeeinheit aufgegriffen und gemeinsam diskutiert. In diesem Beitrag werden die Eindrücke der Studierenden gesammelt wiedergegeben.
Im Fokus der Reflexion der Studierenden über die Forschungswerkstatt standen u.a. folgende Wahrnehmungen und Aha-Momente:
- Einerseits die grundsätzliche Zugänglichkeit der Veranstaltung für Teilnehmende mit unterschiedlichen Bedarfen, andererseits aber auch die vielen Fachbegriffe und Abkürzungen, die z.T. nicht von den Vortragenden erklärt wurden. Positiv hervorgehoben wurde hier v.a. der Beitrag von Oliver Suchanek und Lydia Kremslehner, die ihre Inhalte sehr zugänglich präsentierten.
- Assistenztechnologien nicht ausschließlich unter dem Aspekt der Hilfestellung und Zugänglich, sondern auch mit kritischem Blick auf eine Defizitorientierung zu betrachten – hierzu konnte aus dem Beitrag von Leo Hosp viel Neues mitgenommen werden.
- Die Relevanz der UN-BRK für alle bei der Forschungswerkstatt vorgestellten Themen.
Die Studierenden diskutierten in der Nachbesprechung zudem u.a. folgende Fragen:
- Wie kann kritische Disability Studies Forschung stattfinden und Barrierefreiheit umgesetzt werden, wenn finanzielle Mittel umfassend gekürzt und Förderprogramme eingestellt werden?
- Wie können mit Disability Studies Menschen erreicht werden, die in Praxisfeldern mit behinderten Menschen arbeiten?
- Wie kann Natur zugänglich gestaltet werden (in Anlehnung an die Präsentation von Kay Kender)?
- Was genau ist „White Autism“ und wo können wir mehr darüber lernen? Recherchen der Studierenden ergaben hierzu unterschiedliche Antworten, die z.T. auf andere Perspektiven verwiesen als jene, die in Verbindung zum Beitrag von Leo Hosp angesprochen wurden.
Kritisiert wurde von den Studierenden ein Nebenkommentar in der Diskussion, in dem im Zusammenhang mit einer Studienrichtung Kärnten als „da unten“ bezeichnet wurde. Die Studierenden hinterfragten diesbezüglich das Verhältnis von (Forschungs-)Zentrum und Peripherie in Österreich – gerade unter dem Aspekt der Inklusion. Insgesamt fanden die studentischen Teilnehmenden aus dem genannten Seminar die Forschungswerkstatt sehr interessant und gelungen und konnten aus ihrer Teilnahme neue Anregungen und Wissen mitnehmen.