LVA „Disability Pride & Kognitiver Ungehorsam im Spannungsfeld von Kunst und Kontrollgesellschaft“ an der Linzer Kunstuni

Die Linzer Kunstuni bietet im SoSe 2016 eine LVA zum Thema „Disability Pride & Kognitiver Ungehorsam im Spannungsfeld von Kunst und Kontrollgesellschaft“ (LVA-Leiterin: Nina Stuhldreher). Die LV ist für alle Studienrichtungen und Interessierte offen!

Termine: Do, 10.03.2016, 14-16:30 Uhr (Einführungsveranstaltung); Fr, 15.04.2016, 12-18:00 Uhr; Do, 12.05.2016, 12-18:00 Uhr; Fr, 03.06.2016, 12-18:00 Uhr; Fr, 17.06.2016, 12-18:00 Uhr

LVA Beschreibung: Aspies, Crips, Deafhood und Neurodiversität sind einige der vielen emanzipatorischen Wortneuschöpfungen aus der Disability-Bewegung, die seit den 1990er Jahren durch die Vernetzung ihrer verschiedenen Gruppierungen einen entscheidenden Aufschwung erfahren hat. Ähnlich dem Self-Empowerment Prinzip des Queer Pride beinhalten die Forderungen der AktivistInnen eine neue, positive Sicht auf ihre Besonderheiten, das Ende von Zwangsassimilationen sowie das Recht, die Beforschung der Thematik selbst zu betreiben („Nothing about us without us!“). Die vielfältigen Ausdrucksformen erstrecken sich von subversiv-aktivistischem Engagement (z.B. Krüppelbewegung, Irren-Offensive, Pride Parades) über kulturell-künstlerische Formate (Jérôme Bel Theaterstücke, Crip Magazine, Zentralrat der Asozialen) bis hin zu kürzlichen Implementierungen auch im akademischen Feld. Sie weisen dabei zahlreiche Parallelen zu anderen für das aktuelle Kunstverständnis relevanten Minoritätsdebatten auf, deren gemeinsame realpolitischen Entstehungshintergründe und diskursiven Überschneidungen untersucht werden sollen.

Nicht nur durch die spannenden identitäts- und biopolitischen Fragen, die sich hieraus ergeben, ist diese Entwicklung auch für Studierende interessant, die sich selbst nicht als dem Behinderungsspektrum zugehörig empfinden. Die Idee des Defizitären als „Ability“ bietet auch neue, interessante Perspektiven für spezifisch künstlerische Fragen: Wie erfahren die SeminarteilnehmerInnen die Diskrepanz zwischen dem Imaginären und den begrenzten Möglichkeiten des „Meatspace“? Ist eine solche „Behinderungserfahrung“, die uns Menschen zu „Disabled Cyborgs“ macht, nicht sogar Vorbedingung für die Entstehung von Kunst und Mediengebrauch? Könnte es einen Zugewinn bedeuten, „Neuroatypicality“ als begriffliche Klammer auch für die Besonderheiten „typisch künstlerischen Denkens“ zu reklamieren, welche derzeit im Kontext von Bologna Prozess und Kunstdoktoraten viel diskutiert werden? Welchen Beitrag könnte die Kunst zu einem digitalen Ungehorsam leisten, der sich in Zeiten der von Snowden enthüllten Überwachungsgesellschaft mit bisher nie da gewesenen, kognitiven Disziplinarmaßnahmen konfrontiert sieht?

Kontakt: Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen an der Kunstuniversität Linz
Raumnummer: KO0439
Kollegiumgasse 2, 4. OG, 4010 Linz, Austria

http://www.ufg.ac.at/akg

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