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10:00 | Begrüßung |
10:15– 10:45 | Veronika Bachleitner (Universität Wien, TU Wien): Epistemische Atmosphären und Zugehörigkeit: Eine ethnographische Untersuchungwissenschaftlicher Wissenskulturen (30 Minuten) |
10:50–11:20 | Ema Benčíková (TU Wien/ Akademie der BildendenKünste) und Elena Lach (Universität Wien): utterstutterclutter: Nööøï$eėy_#(hyper)’textual’_læńDẞcåPêsśs (30 Minuten) |
11:25– 11:55 | Kay Kender (TU Wien, HCI Group, ACCESSTECH): Faschismus und Naturschutz (30 Minuten) |
| 12:00–13:00 | Panel-Diskussion: Wie wirkt sich Spar-Politik auf das Leben von behinderten Menschen aus? Was können die Disability Studies für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe tun? (60 Minuten) Mit: Ursula Naue – Politikwissenschaftlerin, Uni Wien Pia Röhrer – Sozioökonomin, WU Wien Paulina Spelbrink – Psychologin, Medizinische Universität Wien, Österreichischer Gehörlosenbund Florian Slansky – Jurist, Leitung Büro der Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen Moderation: Katta Spiel (Crip Collective, TU Wien) |
| 13:00–14:00 | Mittagspause Ema Benčíková und Elena Lach: utterstutterclutter Update + Screensaver (60 Minuten) |
| 14:00–14:40 | Leo Hosp (Johannes Kepler Universität Linz): Autism Aesthetics und Sensory Access: Zur Bedeutung von Technik für die sensorischen Erfahrungen von autistischen Erwachsenen (40 Minuten) |
| 14:50–15:30 | Oliver Suchanek (Crip Collective) und Lydia Kremslehner: Accessible Kunstausstellung – Zusammenarbeit zwischen tauben und taubblinden Künstler*innen (40 Minuten) |
| 15:35–15:45 | Ema Benčíková und Elena Lach: utterstutterclutter Update (10 Minuten) |
| 15:45–16:00 | Abschluss |
| 16:00 | Ende |
Beschreibungen der Beiträge
Epistemische Atmosphären und Zugehörigkeit: Eine ethnographische Untersuchung wissenschaftlicher Wissenskulturen
Von Veronika Bachleitner (Universität Wien, TU Wien)
Ich plane eine Doktor-Arbeit im Bereich Wissenschafts-Forschung.
Ich untersuche Orte, an denen Wissenschaft gemacht wird.
Mich interessiert besonders:
Warum fühlen sich manche Menschen an bestimmten Forschungs-
Orten „gut aufgehoben“?
Warum können sie dort gut denken, forschen und Ideen entwickeln?
Viele wissenschaftliche Umgebungen passen besser zu manchen
Arten des Denkens als zu anderen.
Zum Beispiel können manche Menschen Informationen anders
wahrnehmen oder verarbeiten.
Das kann mit Autismus, ADHS, chronischen Erkrankungen oder
sensorischen Unterschieden zusammenhängen.
Ich möchte nicht nur Probleme untersuchen.
Ich möchte Orte finden, an denen Unterschiedlichkeit gut
funktioniert.
Diese Orte sind oft nicht extra als „inklusiv“ geplant.
Trotzdem fühlen sich manche Menschen dort anerkannt und
zugehörig.
Für mein Projekt möchte ich mit Menschen sprechen und
Forschungs-Orte beobachten.
Die Gespräche sollen nicht nur verbal sein.
Ich möchte auch mit Bildern, Gegenständen, Wahrnehmung oder
räumlichen Anordnungen arbeiten.
So können verschiedene Menschen ihre Erfahrungen besser
ausdrücken.
Das Projekt ist auch durch meine eigenen Erfahrungen entstanden.
Ich suche selbst nach wissenschaftlichen Umgebungen,
in denen unterschiedliche Arten des Forschens anerkannt werden.
Bei der Forschungs-Werkstatt wünsche ich mir Austausch mit
anderen Forschenden.
Ich freue mich über Feedback zu meinen Begriffen und Methoden.
utterstutterclutter:
Nööøï$eėy_#(hyper)’textual’_læńDẞcåPêsśs
Von Ema Benčíková (TU Wien/ Akademie der Bildenden Künste) und
Elena Lach (Universität Wien)
utterstutterclutter: noisy hypertextual landscapes ist ein
künstlerisches Forschungsprojekt von Ema Benčíková und Elena
Lach.
Den Titel haben wir gewählt, weil er schön ausschaut. So wie Berge
und Täler. Der Titel ist eine Landschaft.
Der Untertitel ist auf Englisch und beschreibt die Landschaft.
noisy bedeutet laut oder unruhig oder rauschend.
hypertextual bedeutet Text, der auf andere Texte verweist. Wie ein
Link auf den mensch klicken kann.
Landscapes bedeutet Landschaften.
Wir beschäftigen uns mit Kommunikation.
Kommunikation ist Austausch durch ein Medium. Ein Medium ist z.B.
gesprochene Sprache, Gebärdensprache, Bilder oder Text.
Die Forschungswerkstatt findet online statt. Darum ist das Medium
Text.
Wir fragen: Was behindert Kommunikation?
Und wir fragen: Was ist behinderte Kommunikation?
Oft wird gesagt: Kommunikation funktioniert nicht.
Wir finden: Behinderte Kommunikation funktioniert anders.
Wir wollen herausfinden, wie behinderte Kommunikation
funktioniert. Und dann wollen wir behindert kommunizieren. Weil
das neue Wege ermöglicht.
Das nennen wir cripping communication.
Wir bringen komplizierte Texte mit.
Aber wir werden mit den komplizierten Texten spielen.
Magst du mitspielen? Dann melde dich bei Janis (an ihre Email:
janis.meissner@tuwien.ac.at), damit wir wissen, wer dabei ist.
Du kannst auch nur zuhören und zuschauen.
Faschismus und Naturschutz
Von Kay Kender (TU Wien, HCI Group, ACCESSTECH)
Viele Leute denken: Zugang zu Natur ist ein Luxus.
Das stimmt aber gar nicht.
Zugang zu Natur ist für uns Menschen lebens-wichtig.
Warum gibt es dann so wenige zugängliche Natur-Erfahrungen für
Menschen mit Behinderungen?
Einerseits: weil viele Leute nicht wissen, wie wichtig Natur für
Menschen ist.
Andererseits: wegen unseren Vorstellungen von Naturschutz.
Der Naturschutz in Österreich hat national-sozialistische Wurzeln.
Die beeinflussen bis heute, was wir unter dem Begriff “Natur”
verstehen.
Ideen aus der Vergangenheit beeinflussen bis heute, wie wir mit der
Natur umgehen.
Wir wollen die Natur schützen und denken: die Menschen sind die
Feinde von der Natur.
Das hat Auswirkungen darauf, wer Zugang zur Natur hat.
Wir glauben, “unberührte” Natur ist wichtig. Das heißt: wir sollen
nichts in der Natur bauen.
Damit schließen wir aber viele Menschen aus. Zum Beispiel
Menschen, die Wege brauchen.
Aus unserer Geschichte können wir lernen. Wenn wir uns Beispiele
von Früher anschauen, merken wir: viele von den Sachen, die wir
über die Natur denken, haben sich bis heute nicht verändert.
Unsere Vorstellung davon, wie wir mit der Natur umgehen wollen ist
sehr ähnlich wie damals in der Zeit vom National-Sozialismus.
Dabei gibt es aber auch andere Ideen über Naturschutz und wie man
im Einklang mit der Natur leben kann. Es gibt zum Beispiel
Naturschutz wo Menschen in der Natur Sachen bauen dürfen.
Viele dieser Ideen kommen aber nicht aus Europa oder aus der
Wissenschaft. Sie kommen von indigenen Menschen. Sie sind
deswegen nicht so oft ein Thema in der Forschung bei uns. Aber wir
können viel von diesen Ideen lernen. Die müssen wir dann aber auch
richtig zitieren und respektvoll behandeln.
Es ist wichtig, dass wir uns mit dem Thema „Zugang zu Natur“
beschäftigen. Es ist wichtig, dass Menschen mit Behinderungen
Zugang zu Natur haben.
Deswegen müssen wir mehr forschen zum Thema „Zugang zur
Natur“. Dann können wir endlich die alten Werte ändern und neue
Ideen überlegen. Dann können wir Menschen mit Behinderungen
mitdenken in der Natur.
Autism Aesthetics und Sensory Access: Zur
Bedeutung von Technik für die sensorischen
Erfahrungen von autistischen Erwachsenen
Von Leo Hosp (Johannes Kepler Universität Linz)
In meinem Beitrag geht es um Autismus, Sinneswahrnehmung und
Technik. Sinneswahrnehmung bedeutet zum Beispiel: hören,
riechen, sehen, fühlen oder Gleichgewicht halten.
Ich bin selbst autistische Erwachsene. Ich habe mit anderen
autistischen Erwachsenen gesprochen. Wir haben über ihre
Sinneswahrnehmung im Alltag gesprochen. Dabei ging es auch um
Technik.
Manche autistischen Erwachsenen nutzen Technik. Sie fühlen sich
damit wohler. Zum Beispiel tragen sie Kopfhörer gegen Lärm. Damit
sind sie seltener überreizt.
Aber Technik kann auch stressig sein. Zum Beispiel laute Geräusche,
piepsende Küchengeräte oder viele Bildschirme in öffentlichen
Räumen. Das kann zu viel werden.
Technik kann positiv, negativ oder neutral für die
Sinneswahrnehmungen von autistischen Erwachsenen sein. Das ist
nicht bei allen gleich. Es gibt unterschiedliche
Sinneswahrnehmungen.
Autistische Sinneswahrnehmung wird oft als Fehler oder als
persönliches Problem angesehen. Mein Beitrag zeigt: Autistische
Sinneswahrnehmung ist kein Fehler und kein persönliches Problem.
Auch Umwelt und Technik spielen eine Rolle.
Autistische Menschen müssen Technik im Alltag selbstbestimmt
nützen können. Sie können sich mit Technik wohler fühlen. Aber
Technik soll autistische Menschen nicht zur Anpassung an ihre
Umwelt zwingen.
Accessible Kunstausstellung –
Zusammenarbeit zwischen Tauben und
Taubblinden Künstler*innen
Von Oliver Suchanek (Crip Collective) und Lydia Kremslehner
Es geht um eine Accessible Kunstausstellung.
Accessible bedeutet leicht zugänglich.
Das heißt, die Kunstausstellung war leicht zugänglich.
In einer Kunstausstellung wird Kunst gezeigt.
Das haben taubblinde Menschen gemacht.
In der Kunstaustellung gab es haptische Kunst.
Das ist Kunst zum Angreifen.
Das ist für taubblinde Menschen wichtig.
Das ist aber auch für alle Menschen gut.
Deswegen machen wir den Vortrag.
Wir erzählen was wir gemacht haben.
Wir erzählen auch wie wir das gemacht haben.
Denn das können alle lernen.
Beschreibungen der Personen am Panel
Ursula Naue
Ich heiße Ursula Naue.
Ich bin Politikwissenschaftlerin.
In der Politikwissenschaft denken wir über das Zusammenleben in
der Gesellschaft nach.
Ich forsche zum Thema Behinderung.
Ich war viele Jahre im Monitoringausschuss zur Umsetzung der
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Und ich war auch viele Jahre bei der Wiener Monitoringstelle für die
Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Pia Röhrer
Pia Röhrer ist Sozioökonomin mit Fokus auf politische Ökonomie,
soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Transformation.
Sie arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und
Öffentlichkeit.
Paulina Spelbrink
Paulina Spelbrink ist Psychologin und arbeitet als Lehrende an der
Medizinischen Universität Wien. Ihr Lehrschwerpunkt liegt im
kultursensitiven Umgang mit gehörlosen Patient:innen. Für diese
Tätigkeit wurde sie mit dem Veronika-Fialka-Moser-Diversitäts-Preis
der MedUni Wien ausgezeichnet. Sie ist auch im Vorstand des
Österreichischen Gehörlosenbundes (ÖGLB).
Florian Slansky
Mag. Florian Slansky ist Jurist und seit März 2025 Büroleiter des
Büros der Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit
Behinderungen. Das Büro der Anwältin für Gleichbehandlungsfragen
für Menschen mit Behinderungen berät und unterstützt Menschen,
die Diskriminierungen auf Basis des Bundes-
Behindertengleichstellungsgesetzes (BGStG) sowie des
Behinderteneinstellungsgesetzes (BEinstG) erleben. Er begleitet
Schlichtungsverfahren vor dem Sozialministeriumservice und
unterstützt Menschen ihr Recht durchzusetzen. Er berät Menschen
zum Diskriminierungsschutz rechtlich und nimmt an politischen
Austauschen teil, um Empfehlungen und Stellungnahmen der
Behindertenanwältin abzugeben.